Leidenschaftlicher Meeresbiologe und Umweltschützer animiert zum Handeln

Am 15. März hielt Robert Marc Lehmann seinen 7. Vortrag im Landkreis 
innerhalb von 3 Tagen und es war kein bisschen Müdigkeit oder weniger Engagement erkennbar. Mit seinem rasanten Vortrag zog der sympathische Umweltschützer seine vielfältige Zuhörerschaft in seinen Bann, egal ob sie ihn das erste Mal hörten oder ihn bereits kannten. Nicht nur aus dem Landkreis Harburg, sondern z.B. auch aus Bremen, Hamburg und von weiter her kamen die Gäste angereist, um Robert Marc Lehmann in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde in Hanstedt (www.feg-hanstedt.de) zu erleben.

Äußerst beeindruckend wirkte es dabei auf die Zuhörer, dass der Meeresbiologe von einigen Wendepunkten in seinem Leben sprach. Tiere zu fangen, gehörte einmal in seinen Alltag, mittlerweile jedoch sei er überzeugt, dass nur die Freiheit 19 RML Presse 4 RMLRobert Marc Lehmannartgerecht sei. Immer gestützt durch Bilder, unmittelbare Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse. Mit dieser Mischung führte er auch die Auswirkungen auf die Lebensdauer und -qualität von Fischen in Freiheit zu denen in Aquarien vor, ohne dabei zu verschweigen, was wissenschaftlich nicht präzise belegt ist, auf Erfahrungen beruht oder erst erforscht werden müsse. So erwähnte er z.B. die Tatsache, dass Fische erst kürzlich den Spiegeltest bestanden hätten. Was diese Erkenntnis nach sich ziehen wird, bleibt abzuwarten. In jedem Fall sollte dies nach Lehmann Auswirkungen haben auf die Art und Weise, in der täglich 2 Milliarden Fische - auch zu Ernährungszwecken - oftmals brutal getötet werden. Bedenklich stimmte auch die Tatsache, dass das häufigste Haustier der Welt, der Aquarienfisch, von dem im Salzwasserbereich zwar über 2000 Arten kommerziell angeboten werden, aber nicht einmal 1 % davon gezüchtet werden könne, nahezu komplett gefangen werden würde und gedankenlos seinem natürlichen Lebensraum entrissen werde.

Eins wurde ziemlich schnell klar: die vielen Erlebnisse, die der 36-jährige im Gepäck hat, würden selbst einem doppelt so alten Wissenschaftler alle Ehre machen. Der engagierte Vortragsgast wartete mit unglaublichem Detailwissen auf und räumte weiter mit Unwahrheiten auf, als es um die Wahrnehmung und Bedeutung von Haien für unser Ökosystem ging. Aber auch seine Reisen im Sinne des Artenschutzes zeigten einen hohen Grad an Professionalität. Ein Geflecht aus Widerstandskraft – so kosten ihn so manche Reise in ferne Länder nicht nur das eigene Geld, sondern öfter auch mal bis zu 10 kg Eigengewicht – verantwortungsvollem und klugem Handeln, Disziplin und wenig Schlaf macht das möglich. Widerstände? Kommerzielle Interessen, die den Schutz der Meere missachten? Gefahren? Lehmann macht trotzdem weiter. Sein oberstes Ziel, unsere Meere und diesen Planeten zu schützen, treibt ihn dazu an und das transportierte Lehmann auch an diesem Abend nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auch mit viel Wortwitz und Humor.

Aber Robert Lehmann begeistert nicht nur, er lässt sich auch begeistern, insbesondere wenn seine Vorträge Aktionen nach sich ziehen. So z.B. die Müllsammelaktion der Grundschüler aus Hanstedt, die diese unmittelbar nach der morgendlichen Veranstaltung mit dem Umweltschützer einen Tag zuvor umgesetzt hatten. Lehmann zelebriert solche scheinbaren Kleinigkeiten und zeigte damit auch an diesem Abend erneut seine Nähe zum Publikum und seinen Wunsch, mit ihnen in den Dialog zu treten, um etwas zu bewegen. Fragen werden immer unmittelbar beantwortet, wissenschaftlich präzise und darüber hinaus mit reichhaltiger Erfahrung belegt.

Viele Stimmen unmittelbar nach dem Vortrag und in den Tagen danach zeigten, dass Lehmanns Worte getroffen haben. Reaktionen reichten von „Ich organisiere auch einen Vortrag in unserer Schule!“ bis hin zu „Wir wollen auch einen Leben-ohne-Plastik-Stammtisch ins Leben rufen!“ Die Erfinderinnen dieses Stammtisches in der Nordheide gehörten mit zu den Organisatoren dieses Abends und bereicherten in der Pause und im Gespräch mit ihren konkreten Alltagserfahrungen (IGS Winsen oeko-jetzt/stammtisch). In der Freien ev. Gemeinde, die mit einer Bestellung mikroplastikfreier Seife sofort weitere Schritte in Richtung Nachhaltigkeit unternommen hat, freut man sich darüber hinaus, dass die sehr persönliche Verbindung zu Robert M. Lehmann bestehen bleibt und über Folgeveranstaltungen nachgedacht wird. Die Nachhaltigkeit seiner Vorträge zeigte sich an diesem Abend außerdem in der Pause, in der er auf eine Schülerin der IGS Winsen traf. Die Siebtklässlerin hatte im letzten Jahr nach dem Besuch des Meeresbiologen an ihrer Schule, an der Robert Lehmann seit 2013 regelmäßig zu Gast ist, den Blog for-oceans gestartet, in dem sie auf Missstände hinweist und ihr Engagement für den Umweltschutz beschreibt (www.for-oceans.jimdofree.com). Ihr Vorbild Robert Lehmann schenkte ihr an diesem Abend prompt eines seiner mitgebrachten Bilder auf Leinwand. Eigentlich war der ganze Abend angefüllt mit zahlreichen Überraschungen: Dem Publikum begegnete Lehmann als sympathischer Abenteurer, der die Welt nicht allein um des Abenteuer willens bereist. Als Fotograf, der es auch ohne herkömmliche Ausbildung zu höchster Professionalität und vielen Auszeichnungen und Preisen gebracht hat. Als erfrischend unverkrampfter Wissenschaftler, dessen Leidenschaft für die Schönheit der Welt brennt. Als Meeresbiologe, der äußerst vielfältig nicht nur in seinem Element Wasser, sondern darüber hinaus auch an Land unterwegs ist. Als Umweltschützer, der sein Anliegen mit so großer Authentizität vermittelt, dass man nicht weitermachen möchte wie bisher. Als versierter Redner, der so mitreißend und humorvoll von seinen Erlebnissen berichtet, dass man ihm eigentlich stundenlang weiter zuhören möchte. Dazu bietet sich spätestens am 18.11.2019 die nächste Gelegenheit, wenn Robert Marc Lehmann zu Gast in der Empore in Buchholz sein wird.

Weitere Informationen: www.robertmarclehmann.com

Pastor Jonathan Blöcher : 04184 - 7148