Es ist ein ungemütlicher Samstagabend im November. Rechtschaffende Hanstedter Bürger sind um diese Uhrzeit am heimischen Abendbrottisch, im Kino oder sitzen mit Freunden bei einem Glas Wein zusammen.

Die mordlustigen, geheimnisvollen und allesamt höchst verdächtigen Teilnehmer des ersten Hanstedter Krimi-Dinners allerdings haben anderes geplant. Sie alle wurden als Verdächtige zu einer Vernehmung in die FeG vorgeladen. Aufgeregt betreten sie das Gemeindehaus. Manche sind ungewöhnlich zurechtgemacht und nehmen mit dem Eintreten durch die Tür einen Aperitif und für einige Stunden auch eine komplett neue Identität an. Eine weitere Tatsache lässt die Spannung steigen: Der Mörder ist unter den Teilnehmern.

Das ist das Besondere bei dieser Art des Krimi-Dinners. Jeder Teilnehmer erhält schon eine Woche vorher eine kurze Rollenbeschreibung mit Kostümvorschlag.

Dementsprechend gespannt beschnuppern sich alle im Foyer, klären die für den Abend geltenden Verwandtschaftsbeziehungen („Du bist mein Sohn, das ist deine Schwester und der Knecht arbeitet für euch beide!“; „Hallo, Schatz. Wir beide sind verheiratet, steht in der Rollenübersicht“).

Im „Spielzimmer“ alias Teestube nehmen die Teilnehmer dann zum Dinner Platz. In jeder Spielrunde erhält jeder Teilnehmer neue Informationen über seine Rolle und geheime Hinweise kommen ans Tageslicht.

Zwischen den einzelnen Spielrunden werden die Teilnehmer kulinarisch verwöhnt, zum Beispiel mit Fleisch vom viel zu jung verstorbenen Schwein an malträtierten Kartoffeln oder leichenblasser Panna Cotta mit verdächtigem Himbeer-Coulis. Bier, Wein und sonstige Getränke werden den Teilnehmern fast aufgedrängt, so vertieft sind sie in das Spiel.

Es dauert gar nicht lange, bis alle Teilnehmer sich ausschließlich nur noch mit den Spielnamen anreden und sich gegenseitig mit Fragen zum Alibi oder der Beziehung mit dem Mordopfer in die Mangel nehmen („Was hast du denn bitte an der Dame gefunden?“ –„Die kann halt gut kochen, mehr brauche ich nicht bei einer Frau“). Unterstützung gibt es für die Teilnehmer von Kommissar Angermoser, der mehrmals am Abend durch einen CD-Track zu den Teilnehmern spricht und sie dazu auffordert, sich gegenseitig ganz genau zu befragen.

Am Ende des Abends gehen alle Teilnehmer pappsatt und erleichtert nach Hause. Nur einer wird in Handschellen abgeführt…

Sowohl die Teilnehmer als auch das Team hatten viel Spaß, es gab viel zu lachen, zu essen und zu trinken und alle sind sich einig: Das erste Krimi-Dinner wird nicht das letzte gewesen sein. Schon Anfang des nächsten Jahres soll es eine Fortsetzung geben.

(Katharina Meyer)


 


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